Archive for Januar 2009

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Isolierstation Classics: Erbsenzähler

31. Januar 2009

Lange vor Besserwixer.de gab es die Isolierstation – einen gemeinsamen Blog von Alex Cee und meiner Wenigkeit. Satirische Texte sorgten doch schon für ein positives Feedback und eine spätere Buchveröffentlichung. In unseren „Isolierstation Classics“ lest ihr heute einen offenen Brief an einen bekannten Katzenfutterhersteller.

 

Erbsenzähler
— Alex Cee, Februar 2006

Liebes Whiskas®-Team,

ich schreibe Ihnen im Auftrag meines Katers Rasputin, seit 10 Jahren ein treuer Kunde Ihres Hauses und bis dato ein begeisterter Konsument Ihres Trockenfutters. Im Gegensatz zu vielen anderen Vertretern seiner Rasse ist er ein sehr wählerischer Gourmet und lässt nur Qualitätserzeugnisse von ausgewählten Futterherstellern über seine verwöhnten Lippen wandern.

Da Sie von Whiskas® stets Wert auf höchste Qualität legen und zu Recht alles darum geben, der Katze mit Ihren Nahrungsmitteln ein glückliches und gesundes Leben zu ermöglichen, hatte Rasputin kein Problem damit, ihr Whiskas® Adult Trockenfutter mit Thunfisch und Lachs zu fressen, so lange es nicht länger als 12 Stunden der Normalatmosphäre außerhalb der Verpackung ausgesetzt war, denn dann ist der appetitliche Fischgeruch verfolgen und das Futter für ihn ungenießbar.

Doch dies ist nicht der Grund, warum ich Ihnen schreibe. Sie müssen ja keine Rücksicht auf die extravaganten Gewohnheiten meiner Stubendiva nehmen. Vielmehr lässt Rasputin durch diesen Kanal ausrichten, dass er nicht Ihre Meinung teilt, dass die seit kurzem zugemischten Erbsen zur katzengerechten und gesunden Ernährung gehören. Auch wenn Sie sich auf Ihrer Homepage als eine Marke preisen, die für „jahrelange Erfahrung im Bereich Katzenhaltung und -ernährung“ steht, entgegnet mein Kater, dass er in seinem Dasein ALS Katze sehr wohl besser beurteilen kann, was gut für ihn ist und was nicht.

Er zumindest hat noch nie unter freiem Himmel nach Erbsen gesucht und sie sorgfältig aus der Hülse gepellt, nur um sie anschließend wild schnurrend und mit Hochgenuss zu fressen. Eigentlich hat er noch nie nach Gemüse gebuddelt, es sei denn, er wollte mit der Erde sein eben gesetztes Häufchen zuscharren.

Rasputin möchte Sie mit dieser Mail an die strikte Einhaltung der Nahrungskette „Pflanze – Tier – Katze“ erinnern, da seinem Empfinden nach Erbsen vornehmlich zur Mast von Hasen und Wild gedacht sind, damit diese später, aus der Dose gepellt, über seinen Gaumen rutschen können. Manchmal frisst zwar auch sein leibeigener Zweibeiner und Dosenöffner diesen ekligen Kram, doch was will man von einer Rasse erwarten, die auch vulgäre, laute und sabbernde Hunde hält und den ganzen Tag in diese bunte, flackernde Kiste starrt, wo ab und an ein kleines Auto durchfährt oder 22 andere Zweibeiner einer weißen Kugel hinterher rennen? Da Rasputin aufgrund seiner Anatomie über keine Finger verfügt, um schwulen Grünkram aus der Schale zu sammeln und es leid ist, die Erbsen fein säuberlich mit der Nase aus dem Napf zu schubsen, hat er sich dazu entschlossen, Ihr Whiskas® Adult mit Thunfisch und Lachs und Knackits® mit Gemüse künftig zu ignorieren.

Da wiederum sein Herrchen eine ganze Weile dafür ackern muss, damit sein launisches Haustier ÜBERHAUPT etwas in seiner Futterschale vorfindet, habe ich mich dazu entschlossen, zukünftig auf Brekkies® mit Kabeljau und Seelachs umzusteigen, es sei denn, die Erbsen fliegen wieder aus der Futtermischung und werden von Bonduelle® zu was Gescheitem verarbeitet oder von Dr. Oetker® auf eine Pizza gelegt. Rasputin zumindest frisst es nicht.

Mit freundlichen Grüßen, 

Alex Cee für Rasputin, seinen Hausdrachen

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Japanische Unterbrechung

30. Januar 2009

Ich unterbreche diesen Blog für eine wichtige Mitteilung direkt aus Japan:

 

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Albtraum

29. Januar 2009

Heute Nacht hatte ich einen Albtraum: Ich träumte, dass Dschungelcamp wäre noch nicht vorbei und RTL hätte sich für eine Verlängerung entschieden. Wie das möglich wäre nach gekröntem Dschungeloberhaupt und ohne weitere D-Promis im Camp sei mal dahingestellt – Träume müssen ja nicht umbedingt logisch sein und außerdem hat man ja genug Angestellte, die einen Aufenthalt im Gulag verdient hätten. Ich weiß noch, wie sehr es mich ank*tzte, deswegen eine Extraschicht in Sachen Urwald-Reports für Besserwixer.de einzulegen … dann wachte ich auf und befand mich wieder im gewohnten Umzugs-Chaos. Sollte es in den nächsten Tagen hier etwas stiller werden, so liegt dies daran, dass ich von der grauenhaften Hanauer Innenstadt wieder in angenehmere und ruhigere Gefilde ziehe … oder ich mich freiwillig einweisen lasse, weil RTL das Dschungelcamp restartet :-)

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Kondome schützen

29. Januar 2009

Mit Kondomen kann man lustige Sachen machen … Nein, ich meinte das gerade nicht zweideutig. Was die Firma Durex für einen Werbespot mit ihren eigenen Produkten in Tierform veranstaltet hat, seht ihr hier:

 

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Isolierstation Classics: Zwei Socken, 50 Euro & ein Brief

28. Januar 2009

Und ein weiterer Teil unserer Isolierstation Classics – diesmal mein Brief an die Rechtsanwälter eines Sockenversenders, die mir wochenlang auf die Eier Füße gingen. Weitere Klassiker vom satirischen Vorläuferblog zu Besserwixer.de folgen in den nächsten Tagen..

 

Zwei Socken, 50 Euro & ein Brief
— Frankster, Juli 2005

An eine Anwaltskanzlei
in Baden-Baden

Betr.: Aktenzeichen 33.04.189246-01.XY.ungelöst
Alternativtitel: Die deutsch/französische Socken-Affäre

Sehr geehrte Damen und Herren Rechtsanwälte,

vielen Dank für Ihre nette Fanpost. Seit Monaten ergötze ich mich an ihrem regen Briefaustausch, der jedoch Dank mir bisher sehr einseitig verlaufen ist. Dies soll sich hiermit ändern.

Sie kündigen in Ihrem letzten Schreiben vom 24.7.2005 an, gegebenenfalls ein gerichtliches Mahnverfahren gegen meine Wenigkeit einzuleiten, sollte ich die Gesamtsumme von EUR 54,85 für ein paar Socken (hallo?!?) nicht bis spätestens zum 3. August 2005 getätigt haben. Dem hingehend habe ich Neuigkeiten für Sie: Die französische Sockenfirma erhält von mir keinen Cent … und erst recht keine Francs!

Hintergrund ist folgender: An meine Klumpfüße lasse ich nur die Socken, die mir meine Mutter kauft. Ich käme nie auf die Idee, selbst welche käuflich zu erwerben, geschweige denn bei einer Firma im Ausland zu ordern. Ich bin doch nicht doof, ich kaufe bei Media Markt. Womit wir zum entscheidenden Punkt kämen: Ich habe niemals Socken bei einer Firma im Ausland geordert!

Es ist durchaus möglich, dass Ihr Klient einmal im Couponheft eines Werbeeinwurfs enthalten war und ich mich aus purer Langweile dazu entschieden habe, ein paar „gratis“ Fußbekleidungsstücke zu testen, jedenfalls kann ich es mir nur so und nicht anders erklären, jetzt diesen Fauxpas mit Ihnen ausfechten zu müssen. Sollten dies die Mittel und Wege Ihres Klienten sein, seinen Opfern nun durch Sie horrende Summen in Rechnung zu stellen, bin ich zumindest auf dem richtigen Weg, diese Grimm’sche Geschichte langsam aber sicher zu verstehen, auch wenn der Froschkönig bisher nicht aufgetaucht ist!

Ich räume ein, dass es durchaus im Bereich des Möglichen liegt, damals eine weitere unaufgeforderte Sockenlieferung erhalten zu haben. Mein Gedächtnis weist hierzu jedoch Lücken auf, da die ganze Geschichte meines Erachtens inzwischen schon so weit verjährt ist, dass ich mich gar nicht mehr an das „Jahr der Strümpfe“ erinnern kann. Ich könnte, gemäß der Zeit, die inzwischen vergangen ist, meine Großmutter fragen, ob sie sich noch erinnert, jedoch verstarb diese kurz nach meinem sechzehnten Geburtstag. Traurige Geschichte, die ich Ihnen vielleicht ein andermal erzählen werde.
Lange Rede, kurzer Sinn: Keine Socken, keine Kohle, kein Gewinn!

Schönen Tach noch,
Frankster
(heute barfuß)

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Giulia Siegel – Dance

27. Januar 2009

Nachdem sie als Schauspielerin (u.a. bei solchen Krachern wie „Marienhof“ oder „Schwester Stefanie“) nicht sonderlich beim Publikum ankam, als Moderatorin in Vergessenheit geriet, bei „Stars auf Eis“ nicht groß auffiel, als DJane wahrscheinlich zu teuer ist und als Model zu ungefragt, nahm Giulia Siegel 2007 eine eigene Single auf, die – wer hätte das gedacht? – keine Sau interessierte! Als Pausenfüller dennoch heute hier bei Besserwixer.de: Giulia Siegel mit „Dance“ (Singen kann sie übrigens auch nicht! ;-))

 

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Isolierstation Classics: An meinen Nachbarn

27. Januar 2009

Treue Besserwixer.de Leser wissen schon lange, dass dieser Blog hier ursprünglich aus der „Isolierstation“ entstanden ist, einem gemeinsamen Projekt von meinem Kumpel Alex Cee und meiner Wenigkeit, welcher im Jahr 2006 sogar ein Buch zustande brachte. In den nächsten Tage werde ich einige – meiner Meinung nach zeitlose – Texte aus altem Iso-Bestand hochladen. Nummero Uno ist Ceesters grandioser offener Brief an seinen Nachbarn…


An meinen Nachbarn
— Alex Cee, Oktober 2005

Bitte verstehe mich nicht falsch. Ich habe absolut nichts dagegen, dass Du zum Einzug in das neue, 200m² große, mit acht Zimmern gut bestückte und sehr geräumige Studenten-Penthouse eine Einweihungsparty schmeißt. Es sei Dir auch gegönnt, zum Kauf der neuen Räumlichkeiten durch Papi die halbe Jura-Studentenschaft einzuladen, die mit ihren frisch polierten, szenekonformen Upperclass-Fahrzeugen für die Twenty-Somethings von heute die ganze Straße voll stellen und ein Vorwärtskommen jenseits von Großmutters Schrittgeschwindigkeit geradezu unmöglich machen. Insbesondere Dein von mir heiß geliebter Yuppie-Porsche Marke Mini(pli) darbietet sich in meiner Einfahrt besonders gut und mit Sicherheit wäre es ein Hochgenuss für meine Fahrlehrerin gewesen, mir dabei zuzuschauen, wie ich all das von ihr gelernte Handwerk anwenden durfte, um millimetergenau an Deiner blauen Knutschkugel vorbeizumanövrieren, damit der Lack Deiner Paris-Hilton-Schaukel auch bloß keinen Kratzer abbekommt.

Wirklich, mein lieber neuer Nachbar, ich bin ein toleranter Mensch. Ich komme mit Punks aus und von mir aus auch mit Hooligans. Ich besuche Heimspiele der Offenbacher Kickers und ich schaue mir Hardcore-Wrestling in Essen an. Auch habe ich kein Problem damit, die von Dir titulierte „Musik“ – eine Mischung aus Electronic, Jazz, Fahrstuhlmucke und ganz viel Schnee – mit 300 Dezibel eine Nacht lang zu ertragen. Und – hey – selbstverständlich steht es Euch auch zu, etwas zu essen und euch besinnungslos vollzuschütten, wenn ihr Euch schon in der fußballfeldgroßen Wohnung eine Nacht lang gegenseitig ertragen müsst. Dass der Offenthaler-Chinese gut ist und der Bambi-Pizzadienst weniger gut, das weiß ich auch, und – zugegeben – diese Erfahrung muss man sammeln, wenn man sich in Dreieich niederlässt.

Und doch, lieber Nachbar im Gucci-Hemd, es gibt da etwas, das mein persönliches Empfinden arg kränkt. Es ist nicht das Licher x²-Lemon, das ihr getrunken habt, und es sind auch nicht die trendy Instant-Alcopops, die gefriergetrocknet in etwa so bekömmlich sind, wie sämtliche andere Sonderabfallprodukte aus dem Chemiewerk, aus dem sie stammen. Ich störe mich auch nicht an dem Geschlechtsverkehr, den ihr zu solchen Anlässen untereinander begeht und ich unterstütze sogar euren Kampf gegen Aids, Tripper und ungewollte Schwangerschaft, den ihr mit der Verwendung von London-Pimmelüberzieher zum Ausdruck bringt.

Nur eine Kleinigkeit, mein lieber Nachbar, nur eine Kleinigkeit solltest Du beherzigen, wenn Du mal wieder auf die Idee kommen solltest, eine Orgie für die Leitungskräfte von Morgen zu veranstalten. Wenn Du also mal wieder nicht weißt, wohin mit dem ganzen Geld aus Deinen Aktiendividenden, Mieteinnahmen und Omas Sparstrumpf, dann investiere Deine Kohle doch in einen Abfallbeseitigungsfachmann.

Du kannst es natürlich auch wieder so machen wie am Samstag, als Du und Deine Kumpanen – laut grölend und unschwer zu überhören – die Überreste Deines gemütlichen Beisammenseins mit Schwung über unseren Gartenzaun geworfen und dabei nicht nur mich, sondern – viel sträflicher – auch meine Tüte voller Leckerlis von McDonalds nur um haaresbreite verfehlt hast! Vielleicht hat Dich mein „HHHEEEEYYYY DU KOKSENDER PENNER“ ein wenig irritiert oder vielleicht war es auch der große Knall des aufplatzenden Gelben Sacks, der Dich zur sofortigen Flucht in Deine Lounge veranlasst hat, doch sei Dir an dieser Stelle folgendes gesagt:

Nur weil wir die Bundys der Straße sind, heißt das lange noch nicht, dass Du Deinen Partymüll auf unserem Grundstück entsorgen darfst! Ist Dir überhaupt einmal in den Sinn gekommen, dass die umherfliegenden unverdauten Essensreste kein geeigneter Appetizer für meinen Hamburger Royal mit Käse und die 6er Chicken McNuggets sind? Mal ganz davon abgesehen, was wird wohl meine Großmutter denken, wenn Deine ausgelutschten Lümmeltüten in ihren Begonien hängen?

Du als neo-liberaler Jungwähler hast sicherlich Verständnis dafür, dass ich mir die Freiheit genommen habe, die drei Säcke wieder einzusammeln und mitsamt der Adresse vom örtlichen Betriebshof vor Deine Tür zurück zu befördern. Wenn dabei „aus Versehen“ der eine oder andere Beutel den Aufprall des 50 Meter Weitwurfs nicht überlebt hat, tut mir das schrecklich leid für Dich, doch Gelbe Säcke sind für derlei Zwecke eben nicht geeignet… vor allem nicht, wenn sie zweimal durch die Luft fliegen.

Solltest Du nun Dein umfangreiches Fachwissen um das Bürgerliche Gesetzbuch dazu verwenden wollen, mir nach meiner Reaktion auf Deine Aktion an den Karren zu pinkeln und mich vor Gericht zu zitieren, sei Dir schon mal mein neuer Wohnsitz „Am Arsch Platz 13, 12345 Leckmichingen“ für die Klageschrift genannt. Für Dich zahle ich sogar gerne ein Bußgeld!
Mit dem Wunsch auf eine weitere, gute nachbarschaftliche Beziehung verbleibe ich,

mit toleranten Grüßen aus den Tiefen meines Hinterteils,
Dein Ceesterli