Archive for the ‘Kolumnisches’ Category

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#TIEFSCHLAG – Wrestlemania & das RAW danach

5. April 2016

tiefschlag

Das „großartigste Spektakel des Jahres“ ging vorgestern über die Bühne: Im (Storyline-)ausverkauften AT&T Stadium in Airlington, Texas (Besucherzahl angeblich 101.763 – defacto genauso „fake“ wie die nachweislich nicht bestätigten 93.173 Besucher bei Wrestlemania III im Jahr 1987) wurde bei der 32sten Wrestlemania u.a. mit Zack Ryder überraschend ein neuer Intercontinental Champion gekrönt (der allerdings einen Tag später bereits wieder Geschichte ist), im „Hell in a Cell“-Match eine aktuelle Storyidee unlogisch zu Grabe getragen und mit Baron Corbin als Sieger der 20-Mann-Battle-Royal um die Andre the Giant Memorial-Trophäe erfolgreich ein ansonsten extrem blasser NXT-Nachwuchsstar der breiten Masse vorgestellt.

Wrestlemania_XXVII_Stage

Foto von KinkESizemore – CC-by-SA 3.0

Allen die Show gestohlen haben drei Power-Frauen im Titelmatch – auch wenn weder die zuvor favorisierte Sasha Banks, noch Underdog Becky Lynch den Titel der amtierenden Championess Charlotte entreissen konnten. Relativ sinnlos erschien der Sieg von Chris Jericho (auch in Anbetracht der Geschehnisse bei RAW einen Tag später) im eigentlich als Fehdenfinale angesehenen Match gegen AJ Styles. Katastrophal neben dem Main Event war auch das in der Pre-Show angesetzte Tag Team Match zwischen den Usos und den Dudley Boyz – hier schien überhaupt nichts stimmig zu sein, was am nachfolgenden Tag in der Wiederholung des Kampfes bei RAW erneut bewiesen wurde. Brock Lesnar zerstörte erwartungsgemäß seinen Gegner Dean Ambrose in einem unterhaltsamen, wenn auch irgendwie unbefriedigenden Street Fight. Über den Auftritt samt improvisierten Match von Teilzeitwrestler und Hollywood-Star Dwayne „The Rock“ Johnson samt Comeback von John Cena sollte man idealerweise einen Mantel des Schweigens hüllen … oder den Mantel gleich mitsamt beiden Hauptdarstellern verbrennen.

Unter Buh-Rufen wurde mit Roman Reigns ein neuer World Champion präsentiert, der bei den Fans nunmehr seit über zwei Jahren nicht in der derzeitigen Rolle akzeptiert wird und dies auch unter keinen Umständen jemals zu schaffen scheint, sollte nicht ein lange überfälliger Heelturn vollzogen werden. Der wurde einen Abend später bei RAW zumindest angedeutet, bevor neue potentielle Wrestler (u.a. AJ Styles als Sieger im Contenders-Match im Main Event) als Fallobst für das Roman Empire in den kommenden Monaten präsentiert wurden. Idealerweise lässt man den Champion in den kommenden Monaten in Buh-Rufen baden, bevor er beim Summerslam im Spätsommer 2016 (oder womöglich auch erst bei Wrestlemania 33 im kommenden Jahr) erneut auf Brock Lesnar trifft, der den bis dahin hoffentlich endlich etablierten „Chosen One“ dann entthront. Dies ist allerdings nur eine von vielen Möglichkeiten.

Was ansonsten von #RAWAfterMania in Erinnerung bleiben wird? Der großartige Main Event zwischen den Besten, was die WWE derzeit zu bieten hat? (Willkommen zurück, Cesaro!) Oder vielleicht auch die total wahllos erscheinende „Beförderung“ mehrerer NXT Stars, die es eindeutig noch nicht verdient haben (Apollo Crews) und würdigere Kandidaten überholten (The Vaudevillains), während überfällige Nachwuchsleute sich weiterhin über einen wahrscheinlich wesentlich besseren, allerdings auch für sie finanziell schwächeren Einsatz in der Developmentliga freuen dürfen (so bspw. die vom Publikum lautstark geforderte Bayley, Finn Balor oder auch ein Samoa Joe). Mit Enzo Amore und Colin Cassady haben es zumindest zwei Wrestler ins Hauptkader geschafft, deren Zeit bei NXT gefühlt schon vor Monaten vorbei war. Die nächsten Monate werden zeigen, wie sich diese Talente alle im Hauptkader behaupten werden – nimmt man einen Tyler Breeze als Vorbild, sind sie alle verdammt… verdaaaaammt… verdaaaaaaaaaamt! :)

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#socialmedia? #LassMalStecken!

4. März 2014

Gestatten, Anti-Blogger aus Faulheit!

Willkommen zurück hier im Blog! Schaut regelmässig vorbei, es wird sich lohn…ach, wem mach ich eigentlich was vor? #LassMalStecken

Ich führe bereits seit Jahren an dieser Stelle einen kleinen, privaten, für diese Verhältnisse sogar recht erfolgreichen Blog, auf dem ich zuletzt mehr oder minder regelmässig über meine Hobby-Aktivitäten im YouTube-Bereich berichtet habe.

Das Problem? Womöglich eine extreme Tipp-Faulheit. Vielleicht fehlt mir allerdings auch in diesem Bereich die narzisstische Ader, jeden meiner Fürze auf jedem mir möglichen Kanal in Stereo wiederzugeben (Stichwort #socialmedia). Versteht mich bitte nicht falsch: Ich stehe 100%ig hinter dem, was ich im Internet mache und den Dingen, die ich z.B. in Podcasts von mir gebe. Das ist für mich allerdings kein Grund, den letzten Satz in tausend Variatonen und mit Hashtags versehen immer und immer und immer und immer und immer und immer wieder wiederzugeben nur um mein eigenes Ego zu schmeicheln. (Mein Ego ist ohnehin bereits SO groß, dass es auf solche plumpen Versuche nur gelangweilt ein „Billig!“ von sich geben würde! ;)

Wie dem auch sei: Hier geht’s trotz wochenlanger Funkstille ab jetzt wieder weiter. Womit? Eigentlich egal. Das deutschsprachige YouTube-Umfeld lehrt uns, dass wir jeden unserer eigenen Schritte nur so laut abfeiern müssen, bis wir selbst daran glauben etwas Großartiges geschaffen zu haben. Selbst wenn das Endprodukt mangels nicht vorhandener Talente und Kenntnisse offensichtlich absolute Moppelkotze ist: Es wird immer den ein oder anderen Dödel geben, der es glaubt.

Daraus schlußfolgernd: Einmal mehr gelobe ich an dieser Stelle meine Hybris zu pflegen, insofern ich es schaffe, eine ausgeprägte Vermessenheitsverzerrung zu entwickeln – Ich studiere einfach weiter blökende Negativbeispiele, dann wird das schon! ;-)

so long,
@DerFrankster

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Deutschland, deine #Vlogger! – Jetzt aber wirklich!

19. Februar 2011

Wikipedia klärt auf:

Vlog oder auch V-log, V(ideo-B)log, ist ein Kunstwort aus ‘Video’ und ‘Blog’, bzw. ‘Weblog’. Ein Vlog ist – gleich einem Blog – eine Website, die periodisch neue Einträge (mehrheitlich oder ausschließlich) als Video enthält. Tätigkeitsform: Vlogging

Bereits Ende 2009 kündigte ich hier beim Besserwixer eine neue Serie mit dem Titel ‚Deutschland, deine Vlogger‘ an. Damals noch im Wochentakt geplant, wurde sie leider nie von mir realisiert. Das möchte ich jetzt ändern und versuche euch einmal im Monat einen ‚Vlogger‘ samt Video & Interview hier vorzustellen.

Ihr könnt mir gerne Vorschläge via Twitter schicken. Ich versuche dann mit den entsprechenden Personen Kontakt aufzunehmen.

Frankster

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Handymusikwahn

27. April 2009

Es muss mal ausgeschrieben werden: Der jugendliche Musikwahn ist zum kotzen; Handys mit Lautsprecher gehören verboten und Rapmusik – egal in welcher Sprache – ist eine Produktion direkt aus dem Anus der Klangvielfalt.

handyNeulich mal auf der Straße gewesen? Wenn man nicht im Altersheim wohnt und Ausgangssperre hat, laufen einem diese Spezies zur Zeit dauernd über den Weg: Kinder und Jugendliche verschiedener Altersklassen und Nationalitäten mit ihrem Handy in der Hand/am Gürtel/in der Hose/im Arsch, aus dessen kleinen billigen Monolautsprechern aktuelle Musiktitel hoch und runter gespielt werden. Vorbei sind die Zeiten von Walkmans oder auch neumodischen MP3-Playern, da diese keine kratzigen Lautsprecher besitzen um den eigenen (meist fraglichen) Musikgeschmack im Stil von „Shitfuck my brain“ unter die genervte Menschheit zu bringen.

Warum zum Teufel muss ich auf der Straße/im Bus/überall mithören, welchen hirnverbrannten Scheiss Pseudo-Kanacke Bushido wieder verzapft hat, welche türkische Schnulze gerade die letzten intelligenten Gehirnzellen in Istambul verballert oder welcher Deutschrapper wieder mit möglichst appetitlichen Fekalausdrücken die Beziehung zu seinem Vater beschreibt, der ihn womöglich absolut berechtigt schon mit 16 Jahren mit einen Arschtritt aus dem Hotel Mama verabschiedet hat? Ist Rücksichtslosigkeit inzwischen ein Fach in der Hauptschule? Gelten Kopfhörer bei der heutigen Jugend als unschick/uncool/megaout? Fragen über Fragen: Antworten gerne in den Kommentaren!

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Isolierstation Classics: Sturmtief Kyrill

15. Februar 2009

Die Isolierstation – der Vorgänger zu diesem Blog hier – war durch unseren damaligen Mitarbeiter „Champster“ Ken Metze quasi live dabei, als das Sturmtief Kyrill über Deutschland sauste und einiges an Zerstörung hinterlies. Dieses Protokoll führt euch nochmals gut zwei Jahre zurück zur Naturkatastrophe und ihren Folgen … im Osten! ;)


Sturmtief Kyrill – Das Ende Stoibers
(Das Protokoll einer Katastrophe)
Champster, 18. Januar 2007

12:00 Uhr Die Schulen sind geschlossen, die Lehrer informieren die Schüler, dass sie den kürzesten Weg nach Hause nehmen sollen um sicher anzukommen. In Bayern ist es ruhig.

13:00 Uhr An der Universität wird bekannt gegeben, dass ab 14 Uhr alle Vorlesungen und Seminare ausfallen. Der Strom wird abgestellt, die Eisernen Lungen in der Uniklinik werden auf Solarenergie umgestellt, der Rest der Belegschaft rennt weg. Es beginnt zu nieseln. In Bayern wird es unruhig.

14:00 Uhr Die Katastrophe ist da. Die Läden in Halle sind geschlossen, die Marktplatzhändler verschwunden. Auf den Straßen sind nun nur noch kleine Kinder und Hunde. Verliebte machen es sich vor dem Kamin bequem und sichern sich mit Kerzen und Leuchtkondomen gegen einen eventuellen Stromausfall vor. In Bayern ist die Bombe geplatzt. Stoiber tritt zurück.

14:05 Uhr Katastrophenmeldungen auf allen Fernseh-stationen. Der Bayernstaat steht ohne Heiland da, wie soll es weitergehen? Befürchtet werden die 7 Plagen, welche über die Menschheit kommen soll.

14:07 Uhr Ein Reporter aus der CSU Zentrale gibt bekannt: Es wird keine Plagen geben. Stoiber hat dazu schlicht keinen Bock. Die Bahn setzt trotz allem ihren Verkehr aus.

14:30 Uhr Hoffnungsschimmer in Berlin. Die Mauer soll eine eventuelle Flut aufhalten und auch den Wind brechen.

14:35 Uhr Hastig wird ein Konvoi zusammengestellt, der die Mauer wieder aufbauen soll, unerhoffte Unterstützung gibt es von Henrico Frank, er sagt dafür kurzfristig ein Bewerbungsgespräch ab. Sein Kommentar: „Die Gesellschaft geht vor meinen Arbeitsfleiß“

15:00 Uhr Der Mauerbau wurde abgeblasen. Dafür plant man dem zurückgetretenen Bayern-König Stoiber ein Märchenschloss zu bauen. Henriko Frank hat sein Engagement zurück gezogen. Sein Kommentar: „Och nööö“

15:15 Uhr Die Stadt ist Menschenleer. Nur im Medien-zentrum wird noch gearbeitet. Hauptaufgaben dort: – Nachruf auf Ede Stoiber, Nachruf auf Sturmtief Kyrill, Nachruf auf die Internetseite der Wetterdienste, welche allesamt zusammen gebrochen sind.

16:00 Uhr Eine Kuh fliegt an meinem Fenster vorbei. Bin ich denn schon wieder besoffen? Ich sollte eine kühle Dusche nehmen.

16:01 Uhr Ich öffne das Fenster und dusche. Der blasende Wind trocknet mich im selben Augenblick in dem ich eigentlich nass werden müsste. Ich bin fasziniert und öffne eine Flasche Sekt vor guter Laune.

16:05 Uhr In Bayern melden sich die ersten Nachfolger für Stoiber.

16:10 Uhr Stoiber lehnt kategorisch all seine Nachfolger ab und überlegt doch noch einmal zu kandidieren.

16:11 Uhr Die CSU Chefetage plant um Stoiber eine Mauer zu bauen, damit er kein Unheil mehr anrichten kann.

16:30 Uhr Henriko Frank lehnt eine Teilnahme am Mauerbau ab.

16:45 Uhr Wird der Mauerbau um Stoiber wegen schlechten Wetters abgebrochen. Stoiber rettet sich mit Günther Beckstein und Peter Hartz ins Lokal „zum goldenen Gams“, dort planen die drei eine Dienstreise in die Karibik.

17:00 Uhr Soeben fuhr eine Polizeistreife durch unser Wohngebiet: „Meine Damen und Herren, aufgrund der Wettersituation muss ich Ihnen mitteilen, dass *nuschel,nuschel* ausfällt!“ Ich schaue auf den Kalender und überlege, was nun ausfällt: Seniorenbingo? Rudelbums im Bordell? Die Notrufnummern? Ich höre noch einmal genau hin und wieder nuschelt der Beamte an der wichtigen Stelle.

17:10 Uhr Die Medien geben bekannt, dass in Bayern ein Kleinkind von einer Balkontür erschlagen wurde. Seitdem gibt die Polizei die Order auch Kinder ins Haus zu lassen. Von Stoiber spricht nun schon niemand mehr.

17:35 Uhr Mein Radio ist tod. Das letzte, was der Moderator noch sagte: „Bei uns ist der Strom ausgefallen, wir wissen nicht, wielange wir noch mit Notstromaggregat senden können, doch nun erst einmal Robbie Williams“ Robbie kam nicht mehr. Vielleicht auch ganz gut.

17:45 Uhr Das absolute Chaos ist ausgebrochen. Plün-derungen und Massenvergewaltigungen sind an der Tagesordnung. Der Rudelbums im Puff wurde also nicht abgesagt. Ich habe Hunger und bestelle mir eine Pizza. Nach meinem Gutschein verdient der gute 1.50 Euro an mir und muss dafür sein Leben riskieren. Ich vermisse die Zeit, in der es unter Stoiber noch alles gut war.

18:00 Uhr Die Simpsons kommen. Das Bild ist irgend-wie Gelb. Ich habe erste Gedanken daran, ob nicht vielleicht die Asiaten für den Sturm zuständig sind. Sie sind hinter ihrer Mauer doch sicher. Das waren wir in der DDR auch einmal, doch dann…. ich beginne nun auch noch das alte DDR-Regieme zu vermissen. Der Sturz von Diktatoren klappt eben nur selten reibungslos. Ich vermisse Honni, ich vermisse Stoibi, was is eigentlich mit Hussi? Baumelt er noch? Wenn ja sollte man ihn abknüpfen, nicht dass sein Baum noch umkippt und die Autobahn versperrt.

18:30 Uhr Nun hat auch noch die Deutsche Bahn den Verkehr lahm gelegt. Die Bäume auf den Gleisen würden Überhand nehmen und man wolle keine Kratzer am Lack der Loks provozieren. Ich rufe beim Chinesen an und bestelle mir eine Ente. Ich befürchte mein Pizzabote hat es nicht überlebt.

18:45 Uhr Ich sitze nun in meinem Atombunker, mit Pizza, Ente und Pflaumenwein. Ob ich den heutigen Abend noch überstehe weiß ich nicht, sollte ich gerettet werden bringt mich bitte zur Reha auf die Isolierstation. Dort will ich dann um eine Audienz beim Papst Stoiber betteln. Ich vermisse ihn.

19:00 Uhr Ich schaue aus dem Fenster und mir wird bewusst, dass ich einsam bin. Niemand auf der Straße, kein Auto und kein Flugzeug. Gehöre ich zur überlegenen Spezies des Menschendaseins und ich werde, neben 200-300 willigen Jungfauen, für die Neubevolkerung dieses Planeten zuständig sein? Ceester ist schon seit Monaten weg, Frankster nun auch… damit bin ich wohl der einzige Potente Weltenretter auf diesem, unserem – oder soll ich sagen meinem (??) – Globus.

19:05 Uhr Wenn ich aus dem Fenster sehe ist es Dunkel und Kalt. Und es regnet. Totale Hoffnungslosigkeit macht sich in Halle breit. Nur vereinzelte Freiheitskämpfer fordern mit einer Lichterkette Stoibers Rücktritt vom Rücktritt. Macht weiter, stumme Kämpfer, auf euch Hoffen wir!!!

19:10 Uhr Mir ist ein Witz eingefallen: Wir wird man seine Frau los ohne für eine Scheidung Millionen Cent auszugeben? Schick sie Zigaretten holen und all deine Probleme sind wie weggeblasen.

19:11 Uhr Ich lache immernoch über den Witz. Weine jedoch auch, da ich wahrscheinlich der einzige bin, der ihn je zur Kenntniss nehmen wird. GIBT ES DA DRAUSSEN NOCH INTELLIGENTES LEBEN??

19:25 Uhr Eben hat mich Vodafone angerufen, man wollte mich über einen Tarifwechsel informieren. OK, ich widerhole meine Frage nocheinmal: GIBT ES DA DRAUSSEN NOCH INTELLIGENTES LEBEN???

20:00 Uhr Ich entschließe mich den Tag zu nutzen, gehe zum Auto und rase ein wenig durch die Stadt. So leer wie heute war es nie – und geben wir es doch zu: So gering wie heute war die Gefahr noch nie, dass man geblitzt wird. Und wer weiß, vielleicht sehe ich irgendwo noch das ein oder andere Intelligente Wesen. Ich vermisse Stoiber. Ein wenig. Er war lustig.

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Isolierstation Classics: Imagine Nicole

8. Februar 2009

Der Vorläufer von Besserwixer.de war die Isolierstation. Hier fanden über mehrere Jahre satirische, aber auch nachdenkliche und informative Texte verschiedener Autoren  ein Zuhause. Einen davon veröffentlichen wir heute wieder:

Imagine Nicole
Alex Cee, Juli 2005

Ein weiterer Tag verlischt im Feuer der Vergangenheit und kommt niemals wieder zurück. Schade, denn was hätten wir in den vergangenen 24 Stunden alles verändern können? Wie wäre es mit ein bisschen Frieden und Wasser und Nahrung für die Dritte Welt?

Ein bisschen Freiheit würde unserer Erde auch gut zu Gesicht stehen und das nicht nur in so hoffnungslos gelagerten Fällen wie China, Nordkorea oder Kuba. Ebenso verträgt die Erde, zumindest in den Urlaubstagen, ein bisschen mehr Sonne, wahlweise über Dreieich, Offenbach, Hanau, Darmstadt oder am besten gleich über ganz Südhessen (in Köln und Leipzig kann es von mir aus schiffen).

Ein bisschen Freude, auch über ein Stück halbaltes Brot mit einem maschinell gepressten Mortadella-Imitat aus dem Kühlregal auf dem vertrockneten Laib von vorgestern, würde unserem Leben eine ganz neue Bedeutung geben. Dann wäre alles auch ein bisschen wärmer, wir alle könnten ein bisschen mehr träumen und die Menschen würden nicht mehr so oft weinen. Ein bisschen Frieden, auch am Gartenzaun und zwischen Hund und Katz und ein bisschen Liebe, am besten vor, während und nach der Lindenstraße, das wünsch‘ ich mir.

Ich weiß, diese Worte, die ändern nicht viel. Ich bin nur ein kleiner Junge, der sagt, was er fühlt. Allein bin ich hilflos, ein Vogel im Wind, der spürt, dass der Sturm beginnt. Sing ein kleines Lied, dass die Welt in Frieden lebt, sing ein Lied, auf das ich gewinn‘, und den Sieg mit ins Rei… äh Deutschland nimm. Sing ein Lied, das ein bisschen klingt wie dies…

Imagine, there’s no heaven,
Imagine, there’s no countries,
Imagine, no possessions…

… und zwischen all dem schleimigen Pathos eines Ralph Siegels auf Dope steckt doch ein Körnchen Wahrheit. Wer hätte das gedacht? Auf in den neuen Tag – auf dass er genauso sinnlos verstreicht wie der alte.

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Isolierstation Classics: 1 & 1 = 68,13 EUR?!

2. Februar 2009

Isolierstation – das war der Name unseres kleinen aber feinen satirischen Blogs, sozusagen dem Vorläufer zu Besserwixer.de – Als heutiges nostalgisches Schmankerl präsentieren wir euch einen offenen Brief an den Internetprovider 1&1 aus dem Jahr 2006. 

1 & 1 = 68,13 EUR?!
— Frankster, September 2006

An
Creditreform Koblenz
in.. äh… Koblenz

Betr. Aktennummer 10554718-INK
Alternativ auch: 1&1, dann lieber keins!

Sehr geehrte Credit-Damen und Credit-Herren,

über Ihre Fanpost habe ich mich sehr gefreut! Sie deuten an, dass ich im Vorfeld ihres Schreibens vom 18. September 2006 bereits mehrfach Post von Ihnen erhalten habe. Das liegt durchaus im Bereich des Möglichen, allerdings wanderte diese – aufgrund des nach Werbung aussehenden Logos auf Ihrem Umschlag – mit ziemlich großer Wahrscheinlichkeit ungelesen in den Papiermülleimer. Einem glücklichen (?) Zufall haben Sie es zu verdanken, dass ich dieses Mal gelangweilt genug war, einen nach „Wir bieten Ihnen den besten Kredit ..blablabla“- aussehenden Brief zu öffnen – und – Oh Schreck, Sie wollen sogar Geld von mir!

Sie kündigen also in Ihrem Schreiben vom 18. September an, dass die 1&1 Internat..sorry, Internet AG nach einer letzten Frist bis zum 23. September 2006 (das dürfte dann wohl heute sein) unverzüglich beim Amtsgericht einen Mahnbescheid gegen meine Wenigkeit beantragen möchte, sollte ich nicht bis dato die von Ihnen einzutreibenden 68,13 EUR auf das Konto Ihrer Wahl überwiesen haben. Auf die dann anfallenden und von mir zu tragenden Anwalts- und Gerichtskosten wäre ich angeblich schon mehrfach hingewiesen worden, was in diesem Fall jedoch nicht stimmt, da mein Papierkorb mich nicht von dem Inhalt der nach Werbepost aussehenden Briefe, die ich täglich entsorgen muss, informierte.

Zudem möchte ich Ihnen mit dem Ihnen zugrundeliegenden Fall gerne eine kleine wahre Geschichte über meinen Vertrag mit der 1&1 Garnichtnett..äh..Internet AG präsentieren: Mein Geschäftsverhältnis mit der 1-1 Indernet AG wurde bereits zum 30.09.2005, also voriges Jahr (kurz nach der Bundestagswahl … Sie erinnern sich? CDU gewählt, SPD bekommen!) schriftlich beendet. Eine Kündigung via eMail schlug bereits 2004 fehl, als genausowenig auf meine Kündigung reagiert wurde wie beim eben angesprochenen letzten registrierten Versuch. Ich bin demnach der vollsten Überzeugung, dass seitens der lustigen Online-Nerds aus Montabaur (toller ICE-Bahnhof, leider unbenutzt, da verwaist) kein Anspruch auf mein hart erschnorrtes Arbeitslosengeld mehr besteht – und zwar schon lange nicht mehr. Schei…benkleister!

Nun, vielleicht mag Sie meine schamlose Beichte überraschen, vielleicht aber auch nicht, denn immerhin kennen Sie Ihre Auftraggeber. Und da kann es scheinbar schon mal vorkommen, dass sich eine Forderung als Null und Nichtig erweist, da eine Frau Niersch (Sie wissen schon, die Tratsche mit dem Ekzem im Gesicht) morgens bei der Nagelpflege aus Versehen den Kaffee umgeschmissen und dabei die Tagespost zu einem …hm… sagen wir mal „unleserlichen Klumpen Altpapier“ verwandelt hat. Dummerweise muss sich unter den Unfallopfern auch mein Kündigungsschreiben, welches ich Ihnen in der Anlage zum bestaunen, weiterkopieren, durchfaxen, wegheften und in fünf Jahren zum Papierhexeln mitgeschickt habe, befunden haben.

An und für sich eine sehr bedauerliche und für Sie zeitaufwändige, für 1&1 ärgerliche und für mich belustigende Angelegenheit. Immerhin wird das jetzt nichts mit dem tollen Inkassoverfahren und der Richter muss sich auch wieder mit langweiligen Wirtschaftsbetrugsfällen in Millionenhöhe beschäftigen anstatt sich unserer 68,13 Euro anzunehmen, doch versetzen Sie sich in einer ruhigen Minute in meine Lage: Kündigung abgeschickt, Dienstleister bucht weiter ab, das einige Monate mit angeschaut, Abbuchung zurückgehen lassen und das Finanzinstitut angewiesen, den Dauerauftrag zu stornieren. Achten Sie da darauf, ob die Innerned AG auch tatsächlich den Erhalt der Kündigung schriftlich bestätigt hat?

Sehen Sie, erwischt!

Doch jeder Briefwechsel hat auch etwas Gutes: Sie haben zehn Minuten Ihrer täglichen Arbeitszeit hinter sich gebracht, ich werde Briefe der Dr. Rödl Creditreform nicht mehr mit Werbemumpitz der Dr. Best-Zahnpflege verwechseln und der Student Hagen Gebhardt, der bereits im Jahre 2004 meinen ersten Email-Kündigungsversuch bei der 2-1=1 AG versehentlich mit dem üblichen „Viagra-Pralle-Möpse“-Spam verwechselt und auf „Nimmerwiedersehen“ über den Datenjordan geschickt hat, durfte im Rahmen seiner neuen Praktikumsstelle bei der Deutschen POST AG auch mal wieder etwas sinnvolles zum Bruttoinlandsprodukt beitragen.

Der Angeklagte plädiert somit ganz klar und deutlich auf „Nicht schuldig“. Sie dürfen aber gerne versuchen, in meinem Namen Ihre etwaig angefallenen Inkassovergütungen und Auslagen bei 1&1 in Rechnung zu stellen – nachdem ich der Firma in den letzten Jahren unzählig viel Kohle für Nix in den Rachen geschleudert habe, haben die sicherlich noch einen großen Überschuss an Geldern, die noch nicht in unsinnige Fernsehwerbung gesteckt wurde.

Dann also noch einen schönen Tag nach Koblenz, ich würde mich freuen, bald nicht wieder von Ihren zu hören (es sei denn Sie hätten ein Jobangebot für mich) und behalten Sie bitte im Hinterkopf, dass 1&1 nicht immer = -68,13 Euro ergibt.

Pleite, arbeits- und chancenlos und trotzdem nicht auf den Mund gefallen,

Ihr
Frankster

Anmerkung: Die Idioten haben sich nach einer weiteren Abmahnung und einer symbolischen Zahlung meinerseits von 1.37 EUR (ergibt quasi vom Forderbetrag abgezogen diabolische 66.66 Euro) nie mehr gemeldet…